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UND KOMM HEIL WIEDER!

VIEL SPASS

Lesezeit: 7 min.

ALENA STEINBACH, JÄGERIN UND HUNDEFÜHRERIN AUS DEUTSCHLAND, BERICHTET ÜBER IHRE ERFAHRUNGEN BEI DER JAGD MIT HUNDEN.

„VIEL SPASS UND KOMM HEIL WIEDER!“ALENA STEINBACH

Das flüstere ich jedem meiner vier Hunde ins Ohr, wenn ich ihn bei einer Jagd schnalle. Mein Quartett besteht aus Labrador Fibi, Westfälischer Dachsbracke Emma-Otto und den zwei Rauhaardackeln Toffie und Twix. Drei davon sind ganz typische Rassen, die zum Stöbern eingesetzt werden. Die etwas sonderbare und deswegen auch den Doppelnamen besitzende Bracke Emma-Otto ist in früheren Zeiten eher für das Brackieren bekannt gewesen.

Alena Steinbach, Labrador
Alena Steinberg, dogs
DIE BRACKIERJAGD

Unter Brackieren versteht man das Aufsuchen und laute Verfolgen eines Stuckes Wild, beispielsweise eines Hasen aus der Sasse heraus. Dabei jagt die Bracke bellend und mit tiefer Nase hinter diesem her. Bekanntermaßen kehrt Langohr nach einem Großen Bogen wieder zu seiner Sasse zurück und der Jager kann ihn erlegen. Heutzutage ist diese Jagdart nahezu ausgestorben. Zu viele Straßen, zu wenig Hasen sind der Grund dafür.

DIE WESTFÄLISCHE DACHSBRACKE EMMA-OTTO IM EINSATZ

Emma-Otto ist richtig gut im Stöbern geworden. Sie favorisiert bei der Jagd vor allem Wild, das ihrer Meinung nach auch gut schmeckt. Wildschweine gehören nicht dazu. Sie werden zwar auch angejagt, jedoch kehrt sie bei ihnen schon nach wenigen hundert Metern zurück. Bei einem Rudel Rotwild oder Rehen ist sie hingegen ausdauernd und klebt über mehrere Kilometer hinweg an dessen Fersen. Wobei „kleben“ hier nicht wortwörtlich gemeint ist. Als halbhohe Hündin beunruhigt sie das Wild zwar auch über Aste, bei Schnee und über sumpfige Gebiete hinweg, aber sie hetzt es nicht. So verhofft das Wild auch immer wieder und der Jager kann zu Schuss kommen.

ACHTUNG BEI ALLEINGÄNGEN

Nachteilig hingegen können die Alleingange dieser Rasse sein. Weites und spurtreues Jagen kann auch anstrengend sein. Für mich zum Beispiel, wenn ich sehe, dass der bunte Hund mal wieder drei oder vier Kilometer von mir weg ist. Die Angst, sie konnte auf Straßen oder Bahnübergängen verletzt werden, begleitet mich. Dank modernster Ortungsgerate hange ich manchmal mehr über meinem Tracker als mich auf die Jagd zu konzentrieren. Leichte bis mittelstarke Herzinfarkte sind mit diesem Hund keine Seltenheit. Nach der Jagd kann es schon mal vorkommen, dass ich Emma-Otto irgendwo einsammeln muss. Im Alltag hingegen ist sie unglaublich ruhig, beschäftigt sich oft mit sich oder dem Kauen ihrer Krallen. Sie ist kein großer Futterfreund und etwas unbeholfen beim Spielen oder Kuscheln. Ohne es böse zu meinen, betiteln wir sie auch gerne als kleine Autistin. Zu anderen Hunden oder Kindern ist sie grundsätzlich freundlich, lasst sich aber vor allem auf ihrem eigenen Grundstuck nicht die Butter vom Brot nehmen.

Alena Steinbach stalking

GLEICHE RASSE – UNTERSCHIEDLICHER CHARAKTER

Nun – wie kann man das nett umschreiben? Toffie ist nicht die hellste Kerze auf der Torte, nicht der sportlichste Laufer und auch nicht der talentierteste Springer. Aber sie hat eine unheimliche Passion, das größte Herz, ist immer glücklich und beherrscht den Dackelblick aus ihren kastanienbraunen Augen einwandfrei. Twix hingegen ist schlau, hübsch und unglaublich gehorsam. Die Schwestern im Geiste konnten nicht unterschiedlicher sein, können aber nicht einen Tag ohneeinander. Auch jetzt noch, mit über drei Jahren, spielen sie jeden Tag mehrmals lautstark und ausgiebig miteinander.

MEIN ASS IM ÄRMEL: LABRADORHÜNDIN FIBI

Als Ass im Armel wäre da noch der schwarze Blitz, Fibi. Als Labradorhündin geboren, zum Drahthaarrüden entwickelt – so scherzen wir zumindest oft über diesen wirklich besonderen Vertreter der Apportierhunderasse. Natürlich apportiert sie alles, was irgendwo runterfallt, diese Fähigkeit ist so einem Hund aber nahezu mit in die Wurfkiste gelegt worden. Aber sie stöbert auch hervorragend, weit und mit Verstand. Sie stellt und packt Sauen mit einem tiefen, schonen Laut, tut verwundete Rehe ab und apportiert sie einem schon entgegen. Außerdem verweist sie uns verendete Stucke – ein echter Allrounder! Ware Fibi jetzt noch laut auf gesunden Fahrten, dann wäre der Hund unschlagbar. So kann sie leider nur auf kleinen, mit Freunden durchgeführten Jagden stöbern, aber da zeigt sie, was sie kann.

Alena Steinbach dogs
Alena Steinbach, dog
GEMEINSAM UNVERGESSLICHE AUGENBLICKE ERLEBEN

Grundsätzlich ist jede Jagdart zusammen mit Ihrem Hund wunderbar und sorgt für unvergessliche Erlebnisse. Ohne Hunde konnten wir gar nicht so jagen, wie wir es heute tun. Ohne stöbernde Hunde würden groß angelegte Jagden keinen Sinn machen, egal wie viele Treiber man hatte. Keiner kommt durch Schwarzdornburgen durch, krabbelt auf allen Vieren durch Dickungen, riecht Wild oder tritt auf jedes Gekuschel. Sauen werden immer sesshafter und gehen oft nur bei wirklich großem Druck aus dem Kessel. Daher sollten die Hunde und ihre Fuhrer immer geschätzt und ihnen genug Dank entgegengebracht werden. Auch die eigene Disziplin bei Bewegungsjagden ist gefragt und muss deutlich besser funktionieren, als sie es in den letzten Jahren getan hat. Leider häufen sich nämlich die Meldungen über erschossene Jagdhunde – dies darf einfach nicht passieren! Eines können Sie mir als Führerin von vier wundervollen, passionierten und ganz einzigartigen Hunden glauben: Niemand ist Ihnen so treu wie Ihr Hund. Niemand liebt Sie so bedingungslos. Niemand schenkt Ihnen so viel Vertrauen und würde, ohne zu zögern, für Sie sein Leben geben. Wenn Sie einen oder mehrere Hunde haben, wissen Sie, was ich meine. Wenn nicht, probieren Sie es aus und denken Sie an meine Worte, wenn es so weit ist.

Alena Steinbach

ZUR PERSON

ALENA STEINBACH:


Alena Steinbach, Jahrgang 1990, ist nicht nur leidenschaftliche Jägerin und Hundeführerin, sondern auch Herausgeberin des Online- Jagdmagazins WIR JAGEN und Autorin des Kochbuches „Wild Kochen“. Gerne geht sie mit ihren vier Hunden Labrador Fibi (6 Jahre), den Rauhaardackeln Twix und Toffie (4 Jahre) und der Westfälischen Dachsbracke Emma- Otto (5 Jahre) auf die Jagd. Dabei setzt sie für ihre Hunde auf Tracker zur Ortung und passende Hundeschutzwesten.

Auf der Drückjagd führt sie einen Geradezug- Repetierer im Kaliber .308 mit einem Z8i 1-8x24. Vor allem der Vergrößerungshebel ermöglicht es ihr schnell zu agieren, wenn nahes Wild von ihr weg flüchtet oder umgekehrt. Ansonsten favorisiert sie Drückjagdgläser zugunsten von Allroundern, weil eine geringe Vergrößerung gerade auf Drückjagden von Vorteil ist. Und mit 8facher Vergrößerung gelingt es ihr immer noch leicht, ein Reh auf 80 m sauber zu erlegen. Zudem nimmt sie gerne ein kleines Fernglas mit (EL 10x32), um ihre Umgebung besser erkunden zu können, wenn z. B. unklar ist, ob sie einen Nachbarn sehen kann oder ein Hochsitz besetzt ist.

ALENA STEINBACH ERKLÄRT, WAS SIE BEI DER ENTSCHEIDUNG FÜR DEN RICHTIGEN STÖBERHUND BERÜCKSICHTIGEN SOLLTEN.
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Alena Steinberg, dogsALENA STEINBACH:WELCHE HUNDERASSE PASST ZU MIR? Lesezeit: 4 min.